Donnerstag, 1. Mai 2014

Das war unsere kleine Weltreise!

Etwas mehr als zehn Wochen sind wir nun wieder in Deutschland. Jetzt möchten wir endlich noch eine Zusammenfassung unserer kleinen Weltreise machen.

Die Fakten:
Wir waren 241 Tage, ziemlich genau 8 Monate, unterwegs und haben 8 Länder bereist:

Länder
  • Thailand
  • Singapur
  • Malaysia
  • Indonesien (Bali)
  • Australien
  • Neuseeland
  • Laos
  • Kambodscha
Die Flugroute, mit insgesamt 14 Flügen:
  • Frankfurt - Ha Noi (8.716 km)
  • Ha Noi - Bangkok (993 km)
  • Surathani - Kuala Lumpur (706 km)
  • Singapure - Denpasar (1.684 km)
  • Denpasar - Darwin (1.758 km)
  • Darwin - Cairns (1.680 km)
  • Sydney - Auckland (2.156 km)
  • Christchurch - Sydney (2.138 km)
  • Sydney - Phuket (7.254 km)
  • Krabi - Chiang Mai (1.188 km)
  • Siem Riep - Singapur (1.372 km)
  • Singapur - Langkawi (706 km) 
  • Langkawi - Kuala Lumpur (408 km)
  • Kuala Lumpur - Frankfurt (9.953 km)
Geflogene Kilometer (Luftlinie):
  • 40.712 km
Gefahrene Kilometer:
  •  mit dem Auto (in Australien) - ca. 5.000 km
  •  mit dem Camper (in Neuseeland) - ca. 4.000 km
  •  mit dem Bus, Boot und Bahn (in Malaysia, Thailand, Laos, Kambodscha): schwer zu ermitteln. Wir sind vor allem in Laos und Malaysia hauptsächlich mit dem Bus gereist und insgesamt viel Boot gefahren, um die Inseln und Tauchplätze zu erreichen
Die Kosten (für 2 Personen):
Insgesamt: 29.540 €
  • Davon Flugkosten: 4.370€
  • Kosten für Unterkunft: 6.010 €  (für Australien teilweise nur Kosten für Autostellplatz enthalten, da wir zu achtzig Prozent im Auto geschlafen haben. Für Neuseeland sind keine Übernachtungskosten enthalten, nur Stellplatzkosten für den Campervan - zusätzlich kam die Campervanmiete hinzu)  
  • Anschaffung Auto Australien: 1.200 € (Kosten nach Wiederverkauf)
  • Mietkosten Campervan Neuseeland: 2.200 €
  • Tägliche Ausgaben ohne Unterkunft (Essen/Kosmetik/Kleidung/Visa/Transport Bus, Bahn, Boot/Benzin): 8.370 €
  • Ausflüge/Tauchen/Schnorcheln (inkl. zwei Tauchkurse): 6.520 €
  • Auslandskrankenversicherung: 570 €
  • Spezielles Visum, Work & Travel Visum Australien: 300 € 
Eindrücke zu den einzelnen Ländern:

Thailand: Sehr günstig. Tolles Essen. Hygiene teilweise problematisch. Tolle Strände, interessante Kultur. Tauchen an der Ostküste sehr günstig. Leider touristisch viel zu überlaufen, was teilweise zu großen Problemen für Umwelt und Bevölkerung führt.

Malaysia: Günstig. Gute Infrastruktur. Zusammenleben sehr vieler unterschiedliche Nationalitäten. Tolles Essen (oft indisch). Tolle Landschaften (Cameron Highlands, Tama Negara Nationalpark). Tauchen auf den Perhentian Islands sehr günstig und Spitzenklasse.

Singapur: Übernachtungen sehr teuer. Essen in Foodcourts günstig. Tolles Essen. Sehr sauber, sehr sicher. Viele Attraktionen, die jedoch künstlich erbaut sind (uns hat es gefallen). Tolle architektonische Highlights.

Bali: Günstig. Gutes Essen, jedoch oft nicht sehr abwechslungsreich. Das beste balinesische Essen war eine ganze Ente mit tollen Beilagen (die Enten in Bali sind viel kleiner und fettärmer als in Deutschland). Hygiene teilweise problematisch. Highlight - balinesische Kultur, Besteigung des Mount Agung. Tolle Landschaft, geprägt von Reisfeldern. Unerwartet fantastisches Tauchen bei Nusa Lembongan (Nachbarinsel von Bali) aufgrund der Strömungen nicht ganz ungefährlich.

Australien: Sehr teures Land. Wenig kulturelle Unterschiede / Herausforderungen im Vergleich zu Europa. Tolle Landschaften. Highlight: Tier-, Vogelwelt. Es müssen große Entfernungen zurückgelegt werden, um Australien zu bereisen.

Neuseeland: Sehr teures Land. Fantastische Landschaften und Tierwelt. Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Mit dem Campervan direkt in der Natur. Wenig kulturelle Unterschiede / Herausforderungen im Vergleich zu Europa. Geschichte / Kultur der Maori war sehr interessant.

Laos: Sehr günstig (nicht günstiger als Thailand). Highlight - Kultur und Landschaft. Sehr armes Land, mit zwei verhältnismäßig wohlhabenden Städten, Luang Prabang (Touristenhochburg) und Vientiane (Hauptstadt). Sehr schmackhafte laotische Speise: Laab. Katastrophale Krankenversorgung. Teilweise schwierige Fortbewegung (wenn man nicht privat Boote und Busse chartert). Fliegen nur eingeschränkt möglich. Heute noch viele Minenopfer (Folgen des Vietnamkrieg).

Kambodscha: Sehr Günstig. Essen nicht sehr abwechslungsreich. Sehr armes Land. Viel Elend. Das Land ist noch geprägt durch die schreckliche Geschichte Pol Pots. Highlight: Die riesige Tempelanlage Angkor Wat.

Fragen und Antworten rund um die Weltreise:

Welches Land hat uns am Besten gefallen?
Sehr schwierig zu beantworten, da jedes Land seine reizvollen und auch weniger schöne Seiten hat. Wenn wir uns entscheiden müssen, war:
  • Laos unser persönliches Highlight 
  • dicht gefolgt von Neuseeland, da Neuseeland landschaftlich sehr eindrucksvoll ist, jedoch kulturell und von der Infrastruktur her keine große Herausforderung ist
War es so wie wir uns es vorgestellt hatten?
  • Wir hatten es uns nicht so anstrengend vorgestellt (bezogen auf den häufigen Orts- und Unterkunftswechsel und die großen Strecken, die wir zurückgelegt haben). Hier könnte man meinen, man hätte ja länger an verschiedenen Orten bleiben können (was wir teilweise auch gemacht haben), aber da gibt es so eine Art Teufelskreis. Durch das Reisen und die ständigen neuen Eindrücke ist man nach längerer Zeit an einem Ort, viel schneller gelangweilt als es normalerweise der Fall wäre und man möchte dann einfach wieder weiter reisen. Wir hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass wir so schnell Reisemüde werden. Wir konnten irgendwann einfach keine neuen Eindrücke mehr aufnehmen bzw. verarbeiten. Es war dann fast ein bisschen schade an einem fantastischen Orten zu sein und sich nicht mehr richtig dafür begeistern zu können.
  • Außerdem haben wir festgestellt, dass wir an manche Orte einfach viel zu hohe Erwartungen hatten (z.B. Sydney) und dann eher enttäuscht waren. An Orten, von denen wir vorher keine genaue Vorstellung hatten, waren wir hingegen oft sehr positiv überrascht.
  • Die Nähe zur Natur und Tierwelt hatten wir uns nicht so fantastisch vorgestellt. Das war einfach toll. Vor allem in Australien und Neuseeland.
  • Die Übernachtungen waren zu achtzig Prozent laut und unruhig (laute Roller / Motorradfahrer, kreischende Hähne, laute Musik, betende Mönche, der singende Muezzin, Leute die Party machen u.s.w.). Das hatten wir so nicht erwartet und es hat mit Sicherheit auch sehr zur Reisemüdigkeit beigetragen.
Wie war das nach Hause kommen?
  • Mich (Katrin) hat noch lange das Fernweh geplagt (tut es noch heute) und ich fühle mich in geschlossenen Räumen noch nicht wirklich wohl, vor allem wenn ich acht Stunden in einem Büro sitzen muss. Sebastian hatte damit weniger Probleme. Ansonsten war es nicht so schwierig wie wir dachten. Ein Zuhause haben, ruhig schlafen zu können und ohne Bedenken "alles" Essen zu können ist ein angenehmer Luxus. Außerdem fühlt man sich in Deutschland fast überall sehr sicher, was auf der Reise nicht immer der Fall war. Der Wiedereinstieg ins Jobleben ging extrem schnell. Schneller als erwartet. 
Erkenntnisse nach der Reise?
  • Es war eine fantastische Erfahrung. Man lernt enorm viel dazu. Man lernt andere Kulturen kennen, kommt selber oft an seine Grenzen (und muss diese manchmal überschreiten). Man lernt mehr zum Umgang mit anderen Menschen und vor allem über das Reisen zu Zweit. Es sind Erfahrungen und Eindrücke die man nie vergessen wird. Man bekommt einen anderen Blick auf Deutschland und die Welt. Jedoch muss man auch mit negativen Eindrücken und Erfahrungen umgehen und die Erfahrung machen, dass sich das Leben in Deutschland nicht grundsätzlich ändert, nur weil man eine Weltreise macht. Jedoch lernt man mehr darüber, was man im Leben möchte und was nicht und man verliert die Angst davor etwas an seinem Leben zu ändern wenn man nicht glücklich ist. Außerdem verändern sich die Prioritäten. Statussymbole und Besitz allgemein verlieren an Bedeutung. Interesse an anderen Ländern, Reisen, Englisch sprechen und internationales Essen gewinnt an Bedeutung.  
Würden wir es wieder machen?
  • Klares JA
Was würden wir anders machen?
  • Eventuell die Route anders planen. 
Hat sich nach der Reise etwas geändert?
  • Eigentlich nicht viel, außer das wir viel gelernt haben und in manchen Punkten andere Prioritäten setzen. Wir wohnen wieder in Landau und arbeiten beide. Ich habe die Branche gewechselt, arbeite aber auch wieder als Projektmanagerin. Sebastian arbeitet wieder als Entwickler. Wir gehen jetzt zusammen tauchen, was wir vor der Reise noch nicht konnten. Ich habe den Spaß am Schreiben entdeckt und ein ebook über Flugangst geschrieben (könnt ihr bei Amazon anschauen, wenn es euch interessiert :-)). Außerdem werden wir ein Buch über unsere Reise schreiben, was aber bestimmt noch einige Monate in Anspruch nehmen wird.
VIELEN DANKE noch mal an alle die unseren Blog verfolgt haben und für eure Kommentare und Mails. Wir hoffen ihr hattet genauso viel Spaß wie wir!! Wenn ihr Fragen zu unserer Reise habt, weil ihr vielleicht selber eine plant, könnt ihr uns gerne schreiben.

Dienstag, 18. Februar 2014

Schön wars auf Koh Lipe!

Diese kleine Insel ist wirklich eine Perle der Natur. Der Sand ist hell und fein und das Wasser ist kristallklar und hat teilweise bis zu vier Türkis- und Blautöne. Mit Abstand die schönste Insel auf unserer Reise. Wir verbringen hier die letzten beiden Wochen unserer Reise und hatten schon die Befürchtung es könnte uns langweilig werden, aber die Aussicht am Strand ist so fantastisch, dass man stundenlang dort sitzen und aufs Meer hinaus blicken kann. Koh Lipe ist recht klein und wegen Chinese New Year komplett ausgebucht. Wir hatten großes Glück, dass eine Thailänderin aus einem Tauchshop uns einen Bungalow reserviert hat. Normalerweise wäre das nicht möglich, aber da sie den Besitzer gut kennt macht er eine Ausnahme. Wir landen also im Varin Village. Luxus ist hier Fehlanzeige, aber trotzdem ist der Bungalow unbezahlbar. Die Anlage besteht aus ca. achtzig einfachsten Bambusbungalows. Kein Restaurant, kein Service. Es ist aber die einzige Anlage auf der ganzen Insel in der man einen Bungalow direkt am Strand mieten kann, ohne ein Vermögen zu bezahlen. Für knapp 25€ ergattern wir uns nach zwei Tagen einen der begehrten Strandbungalows und quatieren uns hier für die nächsten zwölf Nächte ein. Und irgendwie braucht man hier keinen Luxus. Das Klima in den Bambusbungalows ist sehr angenehm, so dass man gut ohne Klimaanlage auskommt und die Aussicht ist besser als jedes Fernsehn. Kühle Getränke gibts im Minimarkt um die Ecke. Einziges Manko sind die Nächte, in denen es manchmal recht laut ist. Aber tagsüber wird man dafür mit diesem Traumstrand und Meer entschädigt.

Wir verbringen die meiste Zeit auf der Terrasse unseres Bungalows oder schnorcheln im türkisfarbenen, badewannenwarmen Wasser. Traumhaft. Wirklich traumhaft. An zwei Tagen gehen wir mit Ocean Pro Dive tauchen und ich mache hier noch meinen Deep Dive bis auf 30m, damit wir in Zukunft nicht auf 18m begrenzt sind. Das reicht zwar meistens aus und es zieht mich auch nicht wirklich in die Tiefe, aber manchmal sind 18m einfach etwas zu wenig. Außerdem lernt man auch wieder etwas dazu. Viel spektakuläres gibt es beim Tauchen nicht zu sehen und die Sicht ist häufig recht begrenzt, doch die Korallen sind hier wirklich gut erhalten und wir haben noch mal vier schöne Tauchgänge.

Es ist fast schon wieder ein bisschen schade, dass wohl auch Koh Lipe in wenigen Jahren von Touristen überrannt sein wird, aber Thailand schafft einfach keinen vernünftigen Umgang mit dem Tourismus. Es dreht sich meistens nur ums Geld. Sebastian erwischt es auch noch mal wegen schlechtem Essen und die Speedbootfahrt zurück war wirklich lebensgefährlich. Der völlig durchgeknallte Kapitän brettert mit Vollgas über die ohnehin schon wahnsinnig hohen Wellen als gebe es kein Morgen. Und wir haben fünfzig Minuten das Gefühl, dass es wahrscheinlich wirklich kein Morgen mehr geben wird, wenn sich das Ding mit hundert Sachen überschlägt. Was solls, aufregen bringt da einfach nichts. Wir steigen bis auf die Unterbuchse durchnässt aus dem Boot und sind einfach nur froh unsere letzte Bootsfahrt überlebt zu haben. Koh Lipe war trotz allem ein traumhafter Abschluss zu unserer fast achtmonatigen "Weltreise". Das kann einem auch keine miese Bootsfahrt versauen.

Es war toll, dass so viele von euch dabei waren. Wir hoffen es hat euch genauso viel Spaß gemacht wie uns (wenn wir nicht gerade mit einer Essensunverträglichkeit zu kämpfen hatten :-)). Danke für eure Kommentare, Mails und SMS, ohne diese hätte uns bestimmt die Motivation gefehlt über die ganze Reise zu berichten und so viele Fotos zu machen. Liebe Grüße auch nach Amerika. Die meisten von euch werden wir bestimmt schon bald in Deutschland wieder sehen. Wir freuen uns auf euch und senden diesen letzten Gruß vom Flughafen Kuala Lumpur, wo wir gleich in unseren Flieger steigen. Bis bald dann, in good old Germany.

P.S. Ein kleine Zusammenfassung über Kosten u.s.w. werden wir in den nächsten zwei Wochen schreiben, falls es euch noch interessiert, könnt ihr ja noch mal hier vorbeischauen.

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Samstag, 15. Februar 2014

Über Singapur nach Koh Lipe

Die letzten vier Wochen haben wir Laos und Kambodscha komplett auf dem Landweg bereist. Das ist relativ anstrengend, aber so bekommt man wesentlich mehr von Land und Leuten mit. Uns hat vor allem Laos sehr gut gefallen und wir sind froh nach Neuseeland nochmal zurück nach Südostasien gekommen zu sein. Der teilweise sehr große Kontrast zwischen den einzelnen Ländern, ist das was die Reise sehr spannend gemacht hat. Es war genau die richtige Mischung zwischen völlig anderen Kulturen und den damit verbundenen Herausforderungen, modernen Städten und beeindruckender Natur und Tierwelt.

Auf unserer Reise hatte jedes Land, für uns persönlich, eine gute und eine schlechte Seite. Ich vermute so wird es wohl mit jedem Land auf der Erde sein. In Thailand war es das tolle Essen und zu viele Touristen. In Malaysia das Zusammenleben der unterschiedlichsten Religionen und Busfahrten im Kühlschrank. In Singapur das Moderne und Unterkünfte ohne Fenster. In Bali die interessante Kultur und der Balibelly. In Australien die fantastische Tierwelt und zuviel Fahrerrei. In Neuseeland die beeindruckende Natur und das schlechte Wetter. In Laos der Mix aus Land und Leuten und die üble Gesundheitsversorgung. In Kambodscha die riesige Tempelanlage und bittere Armut. Wir haben so viele neue Eindrücke gewonnen und unheimlich viele Erfahrungen mit den Ländern und den Menschen dort gesammelt, dass es noch eine Weile dauern wird das alles zu verarbeiten.

Es hört sich vielleicht komisch an, aber Reisen ist anstrengender als gedacht. Wir waren recht schnell unterwegs und man kann es nicht mit einem normalen Urlaub vergleichen. Man steht sehr oft früh auf und die Umstände in manchen Ländern können ganz schön kräftezehrend sein. Die letzten zwei Wochen verbringen wir deswegen an einem Ort und wechseln nicht mehr die Unterkunft. Um nach Koh Lipe zu kommen fliegen wir über Singapur nach Langkawi und fahren von dort aus mit dem Boot (inkl. Grenzübergang) nach Koh Lipe. Zwei Tage verbringen wir noch mal in Singapur. Mir gefällt diese Stadt einfach unheimlich gut (Sebastian ist immer noch kein großer Städtefan, aber einige Ecken gefallen ihm glaube ich auch recht gut). Ich verstehe zwar was die Leute meinen, wenn sie Singapur mit Disneyland vergleichen, da einfach alle Sehenswürdigkeiten gebaut wurden und es viel Glitzer und Glamoure gibt, aber ich finde es ist sehr stilvoll und teilweise architektonisch richtig eindrucksvoll. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht.

Wir kommen zufällig zum chinesischen Neujahrsfest hier an. Das hat den Nachteil, dass vieles geschlossen hat und den Vorteil, dass die Stadt teilweise mit chinesischen Schnick Schnack verziert ist, was aber gar nicht mal so schlecht aussieht. Deswegen hier noch mal ein paar Fotos aus Singapur an Chinese New Year und den Gardens of the Bay, den wir beim ersten Besuch noch nicht gesehen hatten.

Unser letzter kleiner Reisebericht wird von Koh Lipe kommen, den Malediven Thailands.

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Mittwoch, 12. Februar 2014

Beeindruckendes Angkor Wat

In Kambodscha besuchen wir nur Phnom Penh und Siem Riep. Um noch etwas vom Rest des Landes zu sehen, haben wir beide Strecken, von Laos nach Phnom Penh und von dort nach Siem Riep, mit dem Bus zurückgelegt. Wir werden jedoch nicht so richtig warm mit Kambodscha. Die Landschaft erscheint uns recht eintönig und das Essen ist wenig abwechslungsreich. Uns interessierte hauptsächlich die Geschichte des Landes zur Zeit Pol Pots und die riesige Tempelanlage Angkor bei Siem Riep.

In Siem Riep angekommen haben wir diesmal leider kein Glück mit dem Hotel. Es ist so furchtbar, dass wir trotz zwei bezahlter Nächte nach einer flüchten. Dreckig, alt und vor allem laut. Eins haben wir auf unserer Reise gelernt, Deutschland ist ein Land in dem man viel Wert auf Nachtruhe legt, in Südostasien interessiert das anscheinend niemanden. Dafür schlafen die Menschen tagsüber ständig. Ich habe in Südostasien fast außschließlich mit Ohrenstöpseln geschlafen, weil es einfach zu laut war. Das zweite Hotel ist zum Glück einigermaßen in Ordnung und am nächsten Tag fahren wir zur Tempelanlage Angkor. Natürlich sind hier massenweise Touristen, aber es verteilt sich recht gut, vor allem an den kleineren Tempelanlagen. Die Hauptanlage ist fast vollständig restauriert und riesig. Die anderen Anlagen sind noch nicht restauriert und gerade das macht den Charme aus. Eine Anlage liegt etwas im Dschungel und man kommt sich vor wie in einer Filmkullisse (es war auch tatsächlich Filmkullisse für Tomb Raider).

Nach vier besichtigten Tempelanlagen haben wir dann genug gesehen. Viele Leuten kaufen sich ein Dreitages- oder sogar Wochenticket, aber ich fand einen Tag ausreichend und Sebastian ist hier auch schon zum zweiten Mal. Es ist auf jeden Fall eine sehr beeindruckende Anlage. Wahrscheinlich eines der größten und am Besten erhaltensten Vermächtnisse der Khmer. Man fühlt sich hier ein bißchen in die Vergangenheit zurückversetzt. Schade das alles vollständig restauriert wird. Wahrscheinlich verlieren die Anlagen dadurch sogar ein bisschen an Charme.

Wir bleiben insgesamt drei Nächte in Siem Riep. Fast zwei Tage verbringen wir mit Reiseplanung. Unsere Reise neigt sich langsam dem Ende zu und leider verläuft die Planung zum Schluß unserer Reise sehr holprig. Erst wollten wir auf die Philipinen, haben uns aber letztendlich dagegen entschieden. Dann haben wir uns kurzfristig entschlossen Indien mit dazuzunehmen, aber leider macht die indische Botschaft uns einen Strich durch die Rechnung. Es werden sogar einfache Touristenvisa erst nach einer langwierigen Prodzedur vergeben. Absolut unverständlich. Wir hätten eineinhalb Wochen in Siem Riep warten müssen. Das war uns einfach zu lang. Der nächste Plan war Hong Kong und Südkorea, was aber an Flügen und Unterkünfte scheitert. Also entschließen wir uns als Abschluss doch nochmal zu Tauchen. Malediven und Seychellen sind einfach zu teuer. Malaysische und indonesische Inseln gingen wegen dem Wetter nicht. Wegen Chinese New Year ist es außerdem überall extrem schwierig eine vernünftige Unterkunft zu bekommen. Letztendlich landen wir, wir können es selber kaum glauben, noch einmal in Thailand - Koh Lipe. Der Weg dorthin führt uns noch einmal über Singapur und Langkawi (Malaysia). Koh Lipe wird das letzte Ziel unserer kleinen Weltreise sein. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon ein bisschen wehmütig.

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Montag, 10. Februar 2014

Die Killing Fields

Dieser Ort ist der bedrückenste Ort den ich je besucht habe. Ich war als Jugendliche in einem Konzentrationslager in Deutschland und die Killing Fields sind vergleichbar damit, aber irgendwie ist das hier heute noch unerträglicher. Im Prinzip ist die Geschichte Kambodschas von 1975 - 1979 ähnlich der zur Hitlerzeit Deutschlands. Pol Pot, ein verrückter Fanatiker, gewinnt die Macht und hetzt die arme ländliche Bevölkerung gegen die angeblich reiche Bevölkerung in den Städten auf. Er macht ihnen weiß, dass die Menschen in den Städten gut leben und an der Armut der ländlichen Bevölkerung schuld seien. Irgendwie schafft er es so viele Anhänger zu bekommen, dass er die Städte innerhalb von drei Tagen räumen lassen kann. Unzählige Menschen werden zu den Killing Fields gebracht. Jeder vierte Kambodschaner fällt dem Regime von Pol Pot zum Opfer.

Jeder der eine Brille trägt, Lehrer oder sonst irgendwie gebildet ist, wird ermordet. Die Grausamkeit, die zur Durchsetzung seiner Interessen angewandt wurde, macht mich wieder einmal sprachlos. Es wurden Methoden gesucht um Erwachsene, Kinder und Säuglinge möglichst kostengünstig zu töten, da Munition zu teuer war. Beteiligte sagen aus, dass sie dazu gezwungen wurden und ihnen nichts anderes übrig blieb. Ich frage mich, ob ich nicht lieber selber sterben würde bevor ich so etwas tun würde. Kann die eigene Todesangst einen soweit treiben? Ich weiß es nicht.

Wir fahren mit dem Tuk Tuk erst mal durch eine sehr arme Gegend Phnom Penhs. Nicht alle profitieren vom Tourismus. Gestern haben wieder Textilarbeiter wegen der miesen Löhne protestiert. Was macht die Regierung? Demonstrationsverbot aussprechen. So kann man es natürlich auch machen, wenn man Menschen zum schweigen bringen will. Am Tag unserer Abreise findet wieder eine große Demonstration im Freedom Park statt. Polizei und Demonstranten gehen aufeinander los. Die Mönche ziehen die verletzten aus der Menge und laden sie auf Tuk Tuks. Wir bekommen in unserem Touriviertel erst mal nichts davon mit, aber im Bus nach Siem Riep sitzen viele Einheimische, die sich die Videos auf YouTube anschauen.

An den Killingfields angekommen zahlen wir mittlerweile zwölf Dollar Eintritt. Ein Japaner hat das Ganze übernommen. Das wundert uns sehr. Ob er wirklich Gewinn mit der tragischen Geschichte Kambodschas macht?! Man macht eine Audiotour über das Gelände vorbei an ca. zwanzig Punkten zu denen Überlebende berichten. Außerdem kann man sich einen Film anschauen und in der Stadt gibt es noch ein Museum. Nach einigen Minuten treffen wir auf einen weinenden Mann. Wir wissen nicht genau was er hatte, aber an Punkt 15 ist mir dann auch nur noch zum Heulen zu mute und ich breche ab. Sebastian kann besser damit umgehen, aber er sieht das Ganze auch schon zum zweiten Mal. Es wird einem so bildlich vor Augen geführt was an diesen Orten genau passiert ist, dass ich es nicht mehr ertragen kann. Ich verzichte lieber auf den Film und das Museum.

Man hat ein bisschen das Gefühl, dass das Land bzw. die Menschen in Kambodscha noch heute unter der Zeit von Pol Pot leiden. So lange ist es auch noch nicht her. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor. Kambodscha gehört auf jeden Fall immer noch zu den ärmsten Ländern dieser Welt und hat enorme politische und wirtschaftliche Probleme.

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